Antwort auf die Stellungnahmen zu meinem Leserbrief "Hürther Roulette"

von Demir Türsan
28.10.2010 - 20:31 Uhr

Nachdem nun viele fleissig auf meine Person und meine Äußerungen eingeschlagen haben, ist die Angelegenheit mit dem letzten Schreiben von Herrn Eimers in eine Dimension gelangt, die ich nicht unbeantwortet lassen kann, ohne weiteren Schaden an Ansehen und Person zu nehmen.

Entgegen der Annahme, wie bei jeder Tageszeitung üblich, es sei auf meinen Leserbrief erst nach Veröffentlichung reagiert worden, hatten die beiden Herren mein Schreiben vorab von der Redaktion "rudern.de" erhalten.
Mein Schreiben ging am 19. Juli um 17:53 Uhr an die Redaktion.
Die Veröffentlichung erfolgte zeitgleich mit der "Gegendarstellung", des Vorsitzenden der Deutschen Ruderjugend, Herrn Drnec am 22. Juli um 00:00 Uhr bzw. 00:01 Uhr und damit nach mehr als zwei vollen Tagen nach Eingang meines Schreibens.
Das kann noch immer festgestellt werden.
Ein Leserbrief hat keinen Anspruch auf ungekürzte Veröffentlichung oder Veröffentlichung überhaupt. Dies kann man ebenfalls bei jeder Zeitungsredaktion nachlesen. Der Vorstand der Ruderjugend hatte also alle Zeit zu Überlegen was damit zu tun ist. Sie haben sich für die Veröffentlichung entschieden. Somit ist die Forderung nach einer öffentlichen Entschuldigung bei Herrn Eimers absurd, da er höchst selbst, mit dem Vorsitzenden Herrn Drnec, der Veröffentlichung zugestimmt hat.
Gleichzeitig wirft sich die Frage nach dem Sinn der Veröffentlichung auf.
Aus meiner Sicht und der einiger anderer Leser, soll hier exemplarisch demonstriert werden, wie man seitens des Vorstands der Ruderjugend mit Kritik und Kritikern umgehen will.
Die "Gegendarstellung" des Herrn Drnec ist in Wahrheit ein Brief, der mir per E-Mail und Briefpost auch genau so zugestellt wurde und ist gefüllt mit Unterstellungen und Beleidigungen meiner Person und Amtes als Trainer.
Der Eigenart die offizielle Internet-Seite des Deutschen Ruderverbandes als öffentlichen Briefkasten zu nutzen, folgt nun auch Herr Eimers und setzt mit Darstellung seiner persönlichen Gefühle noch eins drauf.
Das empfinde ich als höchst irritierend wenn man bedenkt, dass sich die Jugend über dieses Medium informiert und angesprochen werden soll. Was sollen diese jungen Menschen denken, die wir zu "mündigen Sportlern" erziehen wollen und sollen?
Ich habe nach der "Reaktion" von Herrn Drnec E-Mails von Aktiven, Trainern und ehemaligen Aktiven erhalten, die zwar meine polemisch-spitze Wortwahl kritisch sehen, mir in der Sache beipflichten und mir raten mich erst zu entschuldigen, wenn dies der Vorsitzende der DRJ zuerst tut. Diese Personen wollen aber weder zitiert noch namentlich in Erscheinung treten. Wenn man liest wie hier mit Kritik umgegangen wird, mag man das verstehen. Andererseits bin ich über die Feststellung erschrocken, dass Menschen Angst haben für ihre Meinung einzustehen.
Der Artikel 5 des Grundgesetzes gibt uns das Recht unsere Meinung frei zu äußern.
Mit der Art und Weise wie sich die DRJ und gerade der Vorsitzende hier hervortut, wird der Sache Jugendsport und Heranwachsendenbildung unmittelbar großer Schaden zugefügt.
Jeder wird sich doch in Zukunft fünfmal überlegen, seine Meinung und Kritik frei zu äussern, wie wir es doch eigentlich unseren jungen Athleten beibringen sollen.
Wer nun aber immer noch den Tatbestand der Beleidigung im Kopf hat, lässt sich wahrscheinlich von den Äußerungen des Herrn Drnec verführen, das was ich geschrieben habe, nur auf diese Weise zu verstehen.
Ich habe lediglich den Inhalt des Zitats von Herrn Eimers im Kontext zur Wertigkeit der Veranstaltung kritisch bemerkt und gewertet. Nicht aber die Person Axel Eimers persönlich tituliert oder ehrenrührig beschrieben.
Dies lag und liegt mir fern und wenn dieser Eindruck entstanden ist, bedauere ich dies.
Was meine Äußerung zu der Verwendung der Einnahmen des Bundeswettbewerbs angeht, habe ich definitiv einen großen Fehler begangen. Nämlich eine Information ungeprüft zu übernehmen und sie in die polemische Darstellung der Umstände und Bedingungen bei der Veranstaltung einfliessen zu lassen.
Für diesen Fehler muss ich mich tatsächlich beim Landesverband NRW entschuldigen.
Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, das Leistung manipuliert oder gar Resultate erkauft werden.
Die "Information" kam aus, wie ich dachte "berufenem Munde", aus Kreisen der Ruderjugend, der ich entsprechend Glauben schenken könnte.
Ein Irrtum – mea culpa.
Mir ging und geht es nach wie vor darum, den größten Wettbewerb und auch alle anderen Wettbewerbe für unsere Kinder, unter gleichen Bedingungen auf einer Regattastrecke und unter Wettkampfbedingungen abzuhalten die den Namen auch verdienen. Wo Leistung belohnt und Motivation für mehr Leistung angefacht wird.
Ich kann nicht verstehen, dass Regattaplätze wie Köln-Fühlingen, Duisburg, Berlin und andere schöne Strecken, horrende Preise aufrufen oder es ablehnen diese Rennen für unsere Kinder auszurichten. Zum Glück und mit großer Hilfe von Moritz Petri hat sich mit der Olympiastrecke Oberschleißheim wieder eine dieser Top-Plätze bereiterklärt, diese Veranstaltung bei sich machen zu wollen.
Aber es kann in meinen Augen nicht sein, dass andere hier ablehnen. Was wollen wir denn? Wofür machen wir das alles und wo kommen denn die zukünftigen Athleten für die Nationalkader her? Es kann nicht sein das wir unser Herzblut geben und andere nur an Geld denken. Hier muss ein Umdenken seitens der Veranstalter bei den Regattastrecken erfolgen.

Aber zurück zu der unsäglichen Auseinandersetzung um den letzten BW und auch noch mal zum letzten Schreiben von Herrn Eimers.
Es ist richtig das ich ihn angerufen und die Sache zur Klärung bringen wollte.
Ich habe eine gemeinsame Erklärung der Herren Drnec, Eimers und mir angestrebt, da sie mir auch als Signal an die Jugend als das Beste im Hinblick auf die Ermunterung zur freien Meinungsäußerung erschien und erscheint.
Ich habe auch zugesagt mich für die falsche Behauptung zu den Finanzen öffentlich zu entschuldigen, was ich weiter oben getan habe.
Eine vorab geäußerte Entschuldigung ohne gemeinsame Erklärung habe ich aber ausgeschlossen, gleichzeitig aber versprochen auch eine Einigung mit Herrn Drnec herbeiführen zu wollen. Hier hatte ich bestimmte Personen um Vermittlung gebeten.
Dies zog sich aber hin und ist letztlich an Gründen gescheitert, die ich hier aber nicht weiter kommunizieren will.
Das was Herr Eimers als einfache E-Mail an mich beschreibt, war in Wahrheit eine "letzte Aufforderung zur öffentlichen Entschuldigung" mit Ultimatum bis wann dies zu geschehen sei, sonst wolle er "seinem Anwalt grünes Licht geben".
Auf eine derart freundliche Aufforderung reagiere ich zum einen aus persönlichen Gründen nicht und zum anderen lehne ich dies ohne gemeinsame Erklärung ab, um nicht als "Opfer der Verbandsmacht" instrumentalisiert zu werden.
Ich kann auch verstehen, dass Herr Eimers sich hier in Person angegriffen und verletzt fühlt.
Denn wenn man sich für einen derartigen Wettbewerb mit all seinen organisatorischen Arbeiten derart einsetzt, wie Herr Eimers dies seit Jahren in der Ruderjugend hervorragend macht, hängt natürlich das ganze Herz und der ganze Mensch an dieser Sache. Und wenn dann einer diese Sache kritisiert und dabei noch eigene Frustration über erlittene Ungerechtigkeiten und Fehler mit in den Ton der Kritik einfliessen lässt, ist man natürlich ein großes Stück weit selbst davon getroffen, entsprechend verletzt und fühlt sich beleidigt.

An dieser Stelle möchte ich Herrn Eimers doch persönlich ansprechen, weil ich der Überzeugung bin, dass uns eigentlich mehr verbindet als uns trennt.
Aus Gesprächen mit Personen aus dem Bereich HRV und DRJ, besonders nach dem Gespräch mit Tanja Günder vergangenes Wochenende, habe ich mitbekommen, welche Arbeit Herr Eimers für die Ruderjugend leistet und mit welchem Engagement und Leidenschaft er die Belange der Ruderjugend vertritt.
Alle die in unserem Sport ein Amt bzw. Ehrenamt bekleiden wissen, das ohne Leidenschaft an der Sache und Engagement für die Jugend nichts vorwärts gehen würde.
Daher sehe ich Herrn Eimers und mich als leidenschaftliche Kämpfer für unsere Jugend und unseren Sport. Wie leidenschaftlich es zugehen kann haben wir nun hinlänglich gesehen.
Herr Eimers hat weitere Gespräche ausgeschlossen. Sollte er aber wieder an den Tisch zurückkehren, reiche ich ihm gerne meine Hand und biete meine Hilfe an.
Nicht weil ich das muss oder ich mich schuldig, verpflichtet fühle, sondern weil ich das möchte und sicher bin, in der Zukunft Bundeswettbewerbe sehen zu können, von denen wir heute nur träumen können.

Mit rudersportlich-freundlichen Grüßen,

Demir Türsan

Stellungnahme von Axel Eimers zum Leserbrief „Hürther Roulette“

von Axel Eimers
23.10.2010 - 00:01 Uhr

Sehr geehrter Herr Türsan,

auch nachdem einige Zeit ins Land gezogen ist, möchte ich zu Ihrem Leserbrief „Hürther Roulette“ sowie Ihren Veröffentlichungen zum Bundeswettbewerb 2010 auf den Seiten des RC Neptun Darmstadt sowie der entsprechenden Fan-Seite Stellung beziehen.

Gerne möchte ich mich sowohl zur fachlichen Kritik als auch zu den persönlichen Angriffen auf meine Person äußern.

Auf Seiten der Deutschen Ruderjugend bin ich federführend für den Bundeswettbewerb verantwortlich. Aus unserer Sicht haben die verantwortlichen Mitarbeiter der Hürther RG ganz hervorragende Arbeit sowohl im Vorfeld als auch während des BW abgeliefert. Diese Einschätzung wird übrigens auch von zahlreichen Landesjugendleitern geteilt. Durch die lange Hitzeperiode im Sommer kam es in vielen deutschen Seen zu einem starken Algenwuchs. So war es leider auch auf dem Otto-Maigler-See in Hürth. Der Ausrichter wirkte diesem allerdings mit der Hilfe eines Mähbootes massiv entgegen. So wurden vor und zwischen den Wettkämpfen ca. 40.000kg Algen gemäht, gesammelt und entsorgt. Dass es dennoch zu Behinderungen von Sportlern im Rennen gekommen ist bedaure ich persönlich sehr. Da es sich beim Rudern jedoch um eine Natursportart handelt, die im Freien stattfindet, kann man nicht verhindern, dass unterschiedlich Bedingungen herrschen. Keiner kann sich vor Wind, Wetter, Regen, Ästen oder Algen dauerhaft und immer schützen.

Sicherlich ist es Ihr gutes Recht als Trainer hier einen Einspruch einzulegen und einen zweiten Langstreckenstart über 3000m Ihres Bootes bei fast 40°C zu verlangen.
Gleichzeitig muss ich aber fragen, ob der Trainer Türsan wirklich die Bestimmungen für das Jungen- & Mädchen-Rudern kennt, welche bekanntlich nur ein Langstreckenrennen pro Tag zulassen und wie hoch das Verantwortungsbewusstsein des Trainers (und Vaters) wirklich ist, wenn man Aktive bei solchen Temperaturen, wie sie an diesem Tage in Hürth herrschten, zweimal über die Langstrecke schicken möchte.

Wir haben uns im Vorfeld dieses Einspruches intensiv darüber unterhalten und ich habe Ihnen (aus meiner Sicht) die Aussichtslosigkeit dargestellt.
Die Entscheidung gegen den Einspruch der Hessischen Ruderjugend wurde durch den Regattausschuss (3 Personen) gefällt. Den erneuten Widerspruch der HRJ gegen das Urteil behandelte letztinstanzlich das Schiedsgericht (ebenfalls 3 Personen) und lehnte den Widerspruch ebenfalls aus o.g. Gründen ab. Sie sprechen diesen sechs Personen jegliche Kompetenz ab und beleidigen sie auch noch.

Freundlicherweise zitieren Sie mich ja auch in Ihren Artikeln. Leider reißen Sie dabei Äußerungen aus Zusammenhängen. Richtig ist, dass ich auf die Frage, was ich bei einer Störung durch Pflanzen am Schwert tun würde, gesagt habe: „Abstoppen, ein Schlag gegenrudern und dann weiterfahren.“ Das scheint mir auch heute noch die praktikabelste Lösung zu sein und ist weder arrogant noch herablassend, wie Sie es mir unterstellen, gemeint.

Auch weiteren Unterstellungen in Ihren Artikeln möchte ich massiv widersprechen. So ist es einfach eine falsche Behauptung, wenn Sie sagen, dass die Ruderjugend NRW zum großen Teil die Einnahmen des Bundeswettbewerbes erhalten. Die RJ NRW hat, wie auch vom Landesjugendleiter Christian Schlüter in seinem Leserbrief dargestellt, nicht einen Euro von den Einnahmen des BW erhalten. Auch hat jeder Landesverband die gleichen Chancen, den BW erfolgreich zu gestalten, hier von einer Bevorzugung eines einzelnen Teams zu sprechen, halte ich für eine sehr gewagte Äußerung.

Lieber Herr Türsan,
von Ihnen persönlich bin ich am meisten enttäuscht.

In Ihren Artikeln werde ich als einzige Person namentlich massiv persönlich angegriffen. Sie nennen mich frech, herablassend, arrogant und ignorant. Sie bringen die Begriffe Schlampereien, Willkür, Demütigung und Versagen in Verbindung zu den Regatta-Verantwortlichen (und damit zu mir). Weiterhin unterstellen Sie monetäre Interessen.

Nach vielen öffentlichen Reaktionen und Leserbriefen haben Sie mich am 28.07.2010 telefonisch kontaktiert. Sie haben sinngemäß folgende Äußerung getätigt: „Herr Eimers, seien sie sich einer (öffentlichen) Entschuldigung gewiss. Die wird kommen.“ Leider warte ich bis heute auf diese Entschuldigung. Auch eine weitere Email von mir mit einer „Erinnerung“ haben Sie vollkommen ignoriert.

Ihre Vorwürfe haben mich tief getroffen. Ich empfinde sie als zutiefst beleidigend. Sie haben damit sicherlich meinen Ruf geschädigt.

Ich bin jederzeit für Kritik empfänglich und auch für jeden ansprechbar. Wir machen alle Fehler und  können uns immer wieder verbessern. Das gilt sicherlich auch für meine Person. Aber natürlich macht der Ton die Musik und diese Art von Schreiben und Äußerungen kannte ich in unserem Sport bisher nicht. Ein weiteres Gespräch zwischen uns wird es nicht geben. Das erachte ich als vertane Zeit.

Bedanken möchte ich mich für die vielen zustimmenden und unterstützenden Emails und Artikel, gerade die Meinungen vieler Landesjugendleiter/-innen und der DRJ-Vorstandskollegen/-innen empfand ich als sehr angenehm.

Axel Eimers
Stellv. Vorsitzender (Sport)
Deutsche Ruderjugend

Anmerkung der Ruderjugend Nordrhein-Westfalen zum Leserbrief: Hürther Roulette oder wie aus einem Bundeswettbewerb ein Glücksspiel gemacht wird

Sehr geehrter Herr Türsan,

als Landesjugendleiter von NRW habe ich mit großem Unverständnis Ihren Leserbrief zum Bundeswettbewerb 2010 in Hürth gelesen. Vorallem die Nennung von falschen Fakten als Tatsachen hat mich bewogen Ihnen auf oben genannten Bericht zu antworten.

Die Aussage: “Man muss sich wirklich fragen, was sich die Verantwortlichen gedacht haben, derartige Schlampereien, Versagen und Willkür zuzulassen? Hat man hier nur auf das Team NRW gesehen, das siegreich aus allen Wettbewerben hervorging? Oder sind hier die gleichen Bedingungen wie in anderen Sportarten eingekehrt, bei denen die Aktiven nur noch Staffage für monetäre Interessen geworden sind?
Es ist kein Geheimnis, dass die Einnahmen des Bundeswettbewerbs zum großen Teil an die ausrichtende Landesruderjugend geht..“
ist eine Beleidigung aller Verantwortlichen und Organisatoren des Bundeswettbewerbs und definitiv falsch!

Die Ruderjugend NRW hatte und hat keinerlei finanziellen Vorteil oder Einnahmen aus dem Bundeswettbewerb und ich verbitte mir jede weitere Verbreitung dieser Aussage.  Ich weiß nicht woher Sie Ihren Kenntnisstand beziehen, aber sollte man sich vor Veröffentlichung solcher Aussagen in einem öffentlichen Gremium wie diese Internetplattform besser über die tatsächlichen Fakten informieren.

Ich erwarte hierzu eine Richtigstellung und eine Entschuldigung von Ihnen.

Alle anderen Aussagen in Ihrem Brief sind in der Gegendarstellung des DRJ-Vorsitzenden Lothar Drnec ausreichend kommentiert worden, die ich hiermit ausdrücklich begrüße und unterstütze.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Schlüter

Stellungnahme von Joachim Bonn zum Leserbrief „Hürther Roulette“ von Demir Türsan

Als Vorsitzender der Hessischen Ruderjugend möchte ich kurz Stellung nehmen zum oben genannten Leserbrief. Ich möchte deshalb nur kurz Stellung nehmen, weil die Art und Weise in welcher Demir Türsan in seinem Leserbrief beim Bundeswettbewerb verantwortlich tätige Personen nun öffentlich beschimpft, inakzeptabel ist. Kritik ist nützlich, aber nicht in dieser Form.
Als Vorsitzender der Hessischen Ruderjugend ist es natürlich meine Aufgabe die Anliegen der hessischen Aktiven und Trainer zu unterstützen. Ich kann und werde Demir Türsan nun bei seinen genannten Anliegen nicht weiter unterstützen können, um nicht diese Form des Umgangs miteinander zu fördern. Wer fairen Umgang fordert, muss sich auch selbst daran halten. Durch die Art und Weise seiner Kritik schadet er selbst den Aktiven, weil auf diesem Niveau eine inhaltliche Diskussion nicht mehr möglich ist.

Er schadet zudem durch die Verbreitung von Unwahrheiten (bzgl. der Einnahmen beim Bundeswettbewerb) auch dem öffentlichen Image des Rudersports.

Ich möchte mich deshalb ganz klar von den Aussagen von Demir Türsan distanzieren, insbesondere möchte ich mich von den Vorwürfen distanzieren, die er gegenüber mehreren Personen und gegenüber Axel Eimers äußert.

Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung treten immer Probleme auf.
Seitens der Teamleitung der Hessischen Ruderjugend haben wir diese vor Ort angesprochen, wo wir es für nötig hielten und hatten dabei stets den Eindruck, dass die Verantwortlichen einer kritischen und konstruktiven Diskussion offen gegenüber standen.

Insgesamt ist aus meiner Sicht die Durchführung des Bundeswettbewerbs in Hürth 2010 gut gelungen - sowohl die Durchführung der Rennen, als auch die umfangreiche Organisation von Verpflegung, Zusatzwettbewerb, Quartieren etc.

Im Namen der Hessischen Ruderjugend möchte ich dafür dem Organisationsteam von der Hürther RG und den Verantwortlichen seitens der Deutschen Ruderjugend nochmals herzlich meinen Dank aussprechen. Persönlich danken möchte ich dabei besonders Axel Eimers mit dem überdies seit Jahren eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit besteht.

Gez. Joachim Bonn
(Vorsitzender der Hessischen Ruderjugend)

Gegendarstellung zu dem Artikel: Hürther Roulette

von Lothar Drnec, Deutsche Ruderjugend, Vorsitzender
22.07.2010 - 00:01 Uhr

Guten Tag Herr Türsan,

wir als Vorstand der Deutschen Ruderjugend missbilligen aufs Schärfste, dass ein Vorstandsmitglied in derart unverschämter Weise angegangen wird. Uns liegt es fern, unsportliches Verhalten zu billigen oder unfaire Bedingungen zu akzeptieren. Dieses war aber bei der Situation in Hürth nicht vorhanden. Kein Boot wurde mit einem Wettbewerbsvorteil zu Wasser gelassen. Die Bedingungen, die unsere Sportart uns nun einmal vorgibt, können wir nicht beeinflussen. Eine Regattastrecke als Minenfeld zu betrachten bedarf keines Kommentars, denn hier sind sicherlich schlimmere Schicksale zu befürchten als Algen an der Bootshaut oder am Steuer.

Der Bundeswettbewerb ist Zielwettkampf der Länder und wird alljährlich für jeden Beteiligten wieder zu einem großen Erlebnis. Auch die notwendigen Helfer, Organisatoren und Schiedsrichter geben ihr Bestes und wollen zum Guten des Bundeswettbewerbs beitragen. Nun kommen Leute daher, die durch einen für sie sicherlich nicht schönen Ausgang des Rennens diese engagierten Menschen angreifen. Wie sollen wir uns und andere noch dazu motivieren, nächstes Mal dabei zu sein?

Auf die von Ihnen gestellte Frage „was man denn hätte tun sollen …“ wurde sachlich und korrekt geantwortet. Dass die Antwort nicht die war, die Sie hören wollten, vermögen wir nicht zu ändern. Jeder Regattaveranstalter muss mit den zur Verfügung stehenden technischen Mitteln die Veranstaltung durchführen. Die beim Bundeswettbewerb eingesetzte Zeitnahme und die Zielkamera entsprechen den internationalen Standards und werden unter anderem in Hamburg und Essen verwendet.

Eine Demütigung der Ruderer durch die Veröffentlichung einer Zeit ist eher im Reich der Fabel zu sehen - oder aber beim gekränkten Stolz des Trainers. Willkür wäre es, wenn nicht die Reihenfolge korrekt angegeben wurde. Dies ist hier sicherlich nicht der Fall. Sie als Betreuer Ihrer Mannschaft machen aus den Leistungen Ihrer Ruderer eine Staffage indem Sie die ruderische Leistung im D-Finale abwerten. Hier wäre etwas mehr Fingerspitzengefühl wichtiger als überschwängliche Emotionen.

Zudem weisen Sie noch auf einen Punkt hin, der schlichtweg falsch ist. Die Ruderjugend Nordrhein-Westfalen hat kein Geld aus den Einahmen des Bundeswettbewerbes 2010 in Hürth erhalten. Die Helfer und Aktiven erbringen ihre herausragende Leistung unendgeltlich Es sind hoch motivierte Leute, die nur der Freude wegen ihren Job machen.

Unzumutbar wären die Bedingungen gewesen, wenn die Rennen und die Siegerehrung beim Gewitter fortgesetzt worden wären. Alles Andere akzeptiere ich hier nicht.

Auch Marcel Hacker (DRV A-Nationalmannschaft 1x) ist durch Treibholz um seinen sportlichen Erfolg gebracht worden. Der wahre Sportsmann steht wieder auf und versucht es ein nächstes Mal. Dies bedarf allerdings auch einer gewissen Größe.

Als Vorsitzender der Deutschen Ruderjugend erwarte ich von Ihnen eine persönliche Entschuldigung bei Axel Eimers.

Ich hoffe, dass Sie in Zukunft doch mit der gewissen Gelassenheit und dem nötigen Fachverstand agieren. Dies dient nur dem Wohl Ihrer zu betreuenden Kinder.

Mit freundlichen Grüßen

Lothar Drnec

Leserbrief: Hürther Roulette oder wie aus einem Bundeswettbewerb ein Glücksspiel gemacht wird

Algen

Algen im Bereich der Steganlage

Algenflächen in der Strecke in Höhe der Wende, bzw. 1000m Ziel

Beim diesjährigen Bundeswettbewerb der Jungen und Mädchen, herrschten teilweise unzumutbare Bedingungen auf dem Wasser des Otto-Maigler Sees in Hürth.
Das Organisationsteam der Hürther RG schuftete und ließ nichts aus, seinen Gästen an Land die unangenehmen Witterungsbedingungen erträglich zu machen und für meisterliche Bedingungen zu sorgen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für Eure tolle Arbeit und große Mühe die Ihr Euch für uns gemacht habt.
Leider blieben die Unannehmlichkeiten auf dem Wasser teilweise doch erhalten.
Es ist seit einigen Jahren bekannt, dass der See mit einer durchschnittlichen Tiefe von 4m, ein Algenproblem hat, das auch Auswirkungen auf die Streckenführung nahm.
Es wurde zwar im Vorfeld unter Wasser gemäht, aber es gelang nicht der Plage Herr zu werden. Daher wurde kurzfristig die Streckenführung der Langstrecke mit dazu gehörender Wende geändert, was für kleinere Unsicherheiten sorgte, hatte man sich doch anders vorbereitet.
Bei den Probefahrten am Donnerstag Nachmittag, wurde schon klar, dass mit diesem See etwas nicht stimmte. Alle Boote die vom Wasser kamen, hatten einen Pelz von Algen und Algenteilen am Rumpf und Auslegern. Auf Nachfragen bei der Regattaleitung hieß es, man habe das Problem im Griff und es sei für faire Bedingungen für den nächsten Tag gesorgt.

Der nächste Tag brachte die gleichen Bedingungen wie der Vortag. Auf dem See schwammen Algenfelder unterschiedlicher Größe und das auch sichtbar in der Nähe der Langstreckenführung. Was aber problematischer war, blieben die Algenbüschel, die knapp unter der Wasseroberfläche schwammen. Diese verfingen sich immer wieder mal in den Finnen und Steuern der Boote.
Die Strecke ähnelte mehr einem Minenfeld, wo man Glück haben musste zwischen den Algenbüscheln hindurch zu kommen, als einer Strecke, auf der ein Bundesentscheid ausgetragen werden kann.
Immer wieder blieben Boote an den Büscheln hängen. Entweder mit den Skulls oder den Finnen und Steuern. So weiß ich von den Trainern aus Mainz und Hamburg von den selben Problemen, wie sie bei uns auftraten. Unser leichter Doppelzweier fing kurz nach der Wende im Zielbereich einen Büschel mit der Finne, der das Boot drastisch abbremste.
Im Ziel angekommen, holten die Ruderer den Büschel unter dem Boot hervor und zeigten sie der Besatzung des Bootes, das die Ruderer mit Wasser nach dem Rennen versorgte.
Es war weit und breit kein Schiedsrichter zu sehen, der eine Reklamation hätte entgegen nehmen können. Weder auf der Strecke noch im Zielbereich. Dafür traf ich beim Start an der 1000 m Marke gleich 4 Schiedsrichter an Land an, bei denen ich das Malheur reklamierte. Dort verwies man mich an Axel Eimers, der irgendwo im Zielbereich anzutreffen sei. Er verwies mich an einen anderen Schiedsrichter der im Bereich der Wende "eventuell irgendwas gesehen hat". Hatte er nicht und so wurde offiziell mit 50,-€ Protest eingelegt.
Dieser wurde nach 2 Stunden mit der Begründung "man könne naturbedingte Umstände nicht beeinflussen" abgewiesen. Auf die Nachfrage bei Herrn Eimers, was man denn hätte tun sollen um der Behinderung zu entgehen, antwortete dieser "einfach stoppen, gegenstreichen und dann weiterrudern".
Das ist frech, herablassend und entspricht nicht dem, was man jungen Ruderern die sich wochenlang hart auf diesen Vergleich auf Bundesebene und ihren Trainern antworten sollte.
Immerhin war das Problem der Regattaleitung bekannt und diese hatte auch im Vorfeld Maßnahmen dagegen getroffen. Leider völlig unzureichend, wie sich mehrfach herausstellte.
Den Vorschlag die derart behinderten Boote gegen Ende der regulären Läufe noch einmal starten zu lassen, wollte man nicht folgen.
So mussten zwei der besten Leichtgewichts-Doppelzweier 13/14 Jahre mit völlig abnormalen Zeiten in das D-Finale.
Dort wurde dann wiederum fehlerhaft gearbeitet und eine Fantasiezeit zu Protokoll gegeben.
Auch hier wurde die Regattaleitung auf den Fehler hingewiesen. Zuerst war es ein Computerfehler, dann nach 2 Stunden ohne Änderung erklärte man, "es hätte bei diesem Rennen kein Signal vom Start gegeben und man hätte daher nur die Abstände erfassen können.
Warum werden dann Zeiten eingetragen, die fast genau 1 Minute langsamer sind, als die Zeit die die Boote normalerweise fahren. Und warum kommt das dritte Boot im D-Finale schon nach 2 Sekunden hinter dem zweiten Boot ein, wenn alle gesehen haben und die vielen Video-Aufnahmen einen Abstand von ca. 3 Bootslängen Wasser dazwischen belegen?
Warum schreibt man dann nicht wie überall üblich o.Z. = ohne Zeit?
Hier wurden junge motivierte und engagierte Ruderer erst betrogen und dann auch noch mit einer Fantasiezeit im Protokoll zutiefst gedemütigt.
Das ist mir völlig unverständlich, nicht nachvollziehbar und einer derart hoch aufgehängten Veranstaltung absolut unwürdig.
Darüber hinaus gab es durch die Abwesenheit von Schiedsrichtern auf dem Wasser zwei Bootskollisionen, wobei eine Ruderin ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Man muss sich wirklich fragen, was sich die Verantwortlichen gedacht haben, derartige Schlampereien, Versagen und Willkür zuzulassen? Hat man hier nur auf das Team NRW gesehen, das siegreich aus allen Wettbewerben hervorging? Oder sind hier die gleichen Bedingungen wie in anderen Sportarten eingekehrt, bei denen die Aktiven nur noch Staffage für monetäre Interessen geworden sind?
Es ist kein Geheimnis, dass die Einnahmen des Bundeswettbewerbs zum großen Teil an die ausrichtende Landesruderjugend geht.
Um das auch klarzustellen – wir gratulieren den Siegern ganz herzlich zu den Erfolgen und neiden diese kein bischen!
Aber die Bedingungen sollen fair für alle sein und kein Glücksspiel, wer glatt durchkommt und wer hängen bleibt.

Es geht mir mit diesem Schreiben nicht um Erfolg oder Misserfolg. Es geht mir darum, das es nicht wieder passiert das junge Menschen mit Ambitionen, die selbst und auch ihre Trainer viel Arbeit und Mühen investiert haben, deren Eltern auch Mühen auf sich genommen haben, nicht wieder auf derart unzumutbare Bedingungen treffen müssen. Wenn eine Strecke nicht bereit ist, muss man die Wettbewerbe verschieben. Wenn das nicht geht, muss man geschädigten Aktiven Möglichkeiten zur reellen Qualifikation geben.
Oder musste man jemals auf einer U17-, oder anderen Meisterschaft im Rennen "stoppen gegenstreichen und dann weiterrudern"? Lächerlich – oder?

Liebe Ruderkameraden/innen,

 

ich bin immer noch ziemlich sprachlos und wütend, angesichts dessen was in Hürth beim Bundesentscheid der Jungen und Mädchen mit unseren Ruderern vorgefallen ist.

 

Wir sind mit Sebastian Kirschner und Alexander Türsan im Leichtgewichts-Jungen Doppelzweier Jg 96 und Dominik Türsan im Jungen Einer Jg 96 nach Hürth gefahren, um uns dort dem Vergleich mit den besten Ruderern aller Bundesländer zu messen. Dafür haben sich die drei Neptuner sehr intensiv vorbereitet und sich sogar von den letzten Schultagen befreien lassen um teilweise 2 Trainingseinheiten am Tag absolvieren zu können.

 

Bei Ankunft in Hürth am letzten Donnerstag, kamen uns schon Boote, voll mit Algenbesatz an den Rümpfen entgegen. Trainerkollegen waren sehr verärgert angesichts der Zustände auf dem Wasser. Der Otto-Maigler-See hat seit einigen Jahren regelmäßig zur Sommerzeit ein Problem mit Algenbewuchs. Die Bemühungen die Algen abzumähen, waren nur teilweise erfolgreich, weshalb die Regattaleitung auch kurzfristig die Streckenführung und Wendemanöver änderte.

 

Am Freitag morgen stand die Langstrecke über 3000m auf dem Programm. Auf dem See waren noch immer große Algenteppiche zu sehen, die teilweise bis in die Bahnen hinein reichten.

 

Unser leichter Doppelzweier startete zuerst. Die ersten 1000m bis zur Wende liefen erwartungsgemäß gut. Der Rhythmus und Zuglänge stimmten und das Boot lief wie am Schnürchen. Nach der Wende passierte es dann. Kurz nach Wiederaufnahme der vollen Schlaglänge, verfing sich Tang im Schwert unseres Bootes. Zunächst noch unbemerkt, wuchs die Zuglast und das Boot wurde langsamer. Trotz größter Anstrengungen gelang es unseren beiden nicht den Tang loszuwerden und so ruderten sie unter größter Anstrengung die verbleibende Strecke von ca. 1900m bis zum Ziel. Dort holten sie den Tangbüschel hervor und zeigten ihn dort liegenden Betreuern. Ein Schiedsrichter war ja nicht zu sehen. Mit einer Zeit von 13:45 Min fuhren sie die bis dahin langsamste Zeit die sie je gefahren sind und landeten auf dem 21. Platz von 26 Booten. Zum Vergleich - Der Hanauer Doppelzweier, den unsere Beiden beim Landesentscheid in Kassel drei Wochen vorher noch 20 Sekunden hinter sich gelassen hatten, war 55 Sekunden schneller unterwegs. Also eine Differenz von 1:15 Minuten !!
Beide waren wütend und maßlos enttäuscht über dieses Pech.

 

Ich ging daraufhin sofort zum Leiter der Hessischen Ruderjugend um Protest einzulegen. Wir wollten eine zweite Chance haben um eine reelle Zeit fahren zu können. Der Einspruch wurde mit der Begründung abgelehnt, man könne naturbedingte Umstände nicht beeinflussen. Das ist so ziemlich die dämlichste, weil einfachste Begründung die man geben kann. Tatsache ist, daß aus dem Versäumnis die Strecke gründlich zu räumen und damit faire Bedingungen für alle zu schaffen, unserer Mannschaft ein Schaden entstanden ist. Und nicht nur unserer Mannschaft. Der Trainer aus Mainz berichtete ebenfalls von Tangbüscheln an Schwert und Skulls genauso, wie der Trainer des Hamburger leichten Doppelzweiers, der bis dahin alle Boote aus dem Norden und Osten geschlagen hatte und mit dem wir uns als bestes "Südboot" im A-Finale vergleichen wollten. Auch sie wurden stark durch Tang gebremst, weshalb sie auch nur den 17. Rang einnahmen. Der Regattaleiter Axel Eimers kam sogar mit der für mich unmöglichen, weil herablassend-ignoranten Aussage, "die hätten ja stoppen, gegenstreichen und sich so vom Tang befreien können". Das sagt schon alles über die Art aus, wie hier seitens der Regattaleitung mit den Trainern und Aktiven umgegangen wurde.

 

Dominik hatte in seinem Einer mehr Glück und hatte nur eine kurze Algenbegegnung kurz vor Ende der 3000m Strecke. In seiner Abteilung belegte er nur knapp hinter dem Ersten einen guten 2. Platz. Er konnte sich im 25 Boote-Feld auf den hervorragenden 6.Platz schieben und sich damit díe Teilnahme im A-Finale sichern.

 

Am Samstag wurde wieder viel Zeit und Energie beim Zusatzwettbewerb vertrödelt, der nur bei der Länderwertung ein Rolle spielt. Für diese Wertung zählt die Langstrecke 50%, Zusatzwettbewerb 25% und die Bundesregatta 25%.

 

Sonntag - Bundesregatta-Tag

Hier wollten wir besonders im Leichgewichts Doppelzweier allen zeigen, welche Qualität unser Boot in Wahrheit hat und das unsere Zeit im D-Finale schneller sein würde als die des A-Finals. Durch Zufall kam das Hamburger Boot ebenfalls in das D-Finale und so konnte wenigstens auf diese Weise das Duell ausgefahren werden.

 

Doch zuerst startete Dominik im A-Finale des Jungen Einer. Aufgrund seiner 6. Gesamtplatzierung bekam er eine Aussenbahn zugewiesen. Er startete auf Bahn 6, der Seemitte zugewand. Eigentlich eine gute Bahn, verglichen mit der landseitigen Bahn 1. Er legte sich vom Start weg mächtig ins Zeug und lag bei 600m Bord an Bord im Kampf um Platz 2. Bei 700m bekam er heftige Wellen eines zum Start fahrenden Schiedsrichterbootes. Auf dem Video, das Silke gemacht hat, kann man gut sehen, wie Dominiks Boot durch die Wellen tanzt und hin- und hergeworfen wird. So fiel er dann auf den 5. Platz zurück. Zum Glück war nach diesem Vorfall der betreffende Bootfahrer nicht in der Nähe. Dominik hätte ihn in seiner enttäuschten Wut sicher an Ort und Stelle filetiert. Trotzdem bleibt ein hervorragendes Resultat mit dem 5. Platz beim Endlauf des Bundesentscheids, der "Quasi-Deutschen Meisterschaft" der Jungen und Mädchen.

 

Dann das Rennen um den Platz des besten leichten Doppelzweiers.

Durch die schlechte Langstreckenplatzierung kam unser Boot auf Bahn 1 und das Hamburger Boot, als Laufschnellster, in die Mittelbahn. Es wurde zum Rennen von zwei Booten: Darmstadt und Hamburg. Die Hamburger legten sich nach dem Start leicht in Führung. Unser Boot strengte sich mächtig an an ihnen vorbei zu ziehen, aber die Hamburger konterten. Im Ziel war es dann eine dreiviertel Bootslänge, die das Hamburger Boot in Front lag. Wir gratiulierten den Siegern am Steg fair mit Handschlag und tauschten Komplimente über die jeweils gegnerische Mannschaft aus.

 

Dann blieb nur noch das Warten auf die Besten-Bestätigung durch die gefahrene Zeit. Große Verwunderung und Bestürzung als die Zeit bekannt wurde. Unsere Boote sollen mit 4:36 Min und 4:38 Min das Rennen beendet haben und nur 2 weitere Sekunden vor dem 3. liegen. Das ist der größte Betrug den ich jemals im Rudern erlebt habe. Zieht man 1 Minute ab, wird eine korrekte Zeit daraus. Im Taining haben wir schon 3:37 Min gefahren.

 

Natürlich versuchte ich die Regattaleitung zur Überprüfung des Ergebnisses anzuregen.

Zuerst hieß es "Computerfehler" Korrektur wird erfolgen. Aber als sich nach 2 Stunden noch nichts geändert hatte, ging ich nochmals zur Leitung. Dort gab man jetzt eine andere Version zum Besten. Es hätte keinen Impuls vom Start gegeben und die Zeiten wären daher "verschoben" aber die Abstände seien ja korrekt wiedergegeben und blablabla. Auf dem Video von Silke ist nach unserem Boot gähnende Leere auf dem See - von wegen 2 Sekunden Abstand zum 3.

 

Also bleibt ein 2.Patz im D-Finale, weshalb auch alle Darmstädter Teilnehmer mit einer Medaille heimkehren. Allerdings wird sie diese Medaille nur an unfaire Bedingungen, Ignoranz und Demütigung durch falsche Zeitangabe erinnern. Das ist sehr sehr schade, wenn man an die Leidenschaft und Leidensfähigkeit bei den Vorbereitungen denkt.
.

Ich werde über diese Vorfälle im Rudermagazin und Rudersport einen Leserbrief schreiben und diese unzumutbaren Umstände bei diesem Bundesentscheid berichten.

Titel "Hürther Roulette - Glücksspiel beim Bundesentscheid".

 

Beste Grüße,

Euer Trainer

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